• Arthrose beim Hund: Wenn jede Bewegung zur Last wird – ein ganzheitlicher Weg zu mehr Lebensqualität

    Kennst du das? Dein Hund kommt morgens schwerer aus dem Bett, die Spielaufforderung wird seltener oder er läuft sich erst nach ein paar Minuten „warm“. Die Diagnose kann «Arthrose» lauten. Oft wird sie mit einem Achselzucken hingenommen, denn was soll man da schon machen? Jeder wird halt älter… Arthrose ist zwar nicht heilbar, aber sie ist hervorragend beeinflussbar. Wenn wir nicht nur das schmerzende Gelenk sehen, und stattdessen das gesamte „System Hund“ betrachten, öffnen sich viele Türen für ein möglichst schmerzfreies und aktives Hundeleben. Die Gelenkbaustelle: Wie Arthrose entsteht Im gesunden Zustand arbeitet das Gelenk wie ein gut geschmiertes Scharnier. Mit  Arthrose wird dieser Mechanismus zur Dauerbaustelle, es knarzt und…

  • Der Hund hat’s im Rücken? – Die Wirbelsäule ist allerdings nur die halbe Wahrheit

    «Er kommt morgens so schwer aus dem Körbchen“, „Früher ist er in das Auto gehüpft, heute zögert er“ oder „Wenn ich ihn hinten streichle, schnappt er nach hinten“. Sätze wie diese höre ich sehr oft. Und fast immer steckt dahinter die Erkenntnis: Der Hund hat’s im Rücken. Rückenprobleme sind bei unseren Vierbeinern fast schon eine Volkskrankheit. Doch wer glaubt, mit einer Schmerztablette und „ein bisschen Schonen“ sei es getan, greift oft zu kurz. Aus ganzheitlicher Sicht ist der Rücken nämlich selten der Alleinschuldige – er ist eher das „Opfer“, das die Quittung für ein Ungleichgewicht im restlichen Körper präsentiert. Der Rücken als Sündenbock: Was steckt wirklich dahinter? Natürlich gibt es…

  • Akzeptieren oder Aufgeben? – Akzeptanz ist kein Aufgeben.

    «Wenn dein Hund auf dem Heimweg an der Leine zieht, kannst du das für den Moment akzeptieren» oder «Wenn dein Hund in diesem Moment in die Schleppleine läuft, weil ein Reh im Gebüsch davonhuscht, sagt das nichts über mangelnde Erziehung sondern etwas darüber, wie stark seine Erregung, seine Impulse, gerade sind». Das sind Sätze, die ich nach Trainingsstunden – gerade nach Erstterminen – häufig sage. Was ich oft darauf höre? «Aber das fühlt sich an, als würde ich aufgeben». Ich verstehe diese Reaktion. Sie ist menschlich. Denn in unserer Lernbiografie – sowohl als Mensch als auch im gängigen Hundetraining – wurde uns oft vermittelt, dass Durchhalten gleichbedeutend ist mit Konsequenz,…

  • Ruhiggestellt ist nicht reguliert – Dauerbremsen macht Hunde nicht entspannter

    In Teilen der modernen Hundetrainer-Szene hat sich ein Trend zur „maximalen Ruhe“ etabliert: Hunde sollen möglichst dauerhaft in einem niedrigen Erregungsniveau gehalten werden. Wird der Hund schneller, lauter, zuversichtlicher oder sein Blick intensiver, wird häufig sofort geblockt, gedeckelt oder die Übung abgebrochen – mit der Begründung, dies sei notwendige „Führung“. Aus verhaltensbiologischer Sicht greift dieses Vorgehen jedoch zu kurz. Emotionale Regulation entsteht nicht durch reine Unterdrückung von Erregung, sondern durch das Erlernen flexibler Strategien im Umgang mit ihr. Ein Hund, der nie „hochfahren“ darf, lernt nicht, wie er wieder sicher herunterkommt. Die Biologie hinter der „Flitzphase“ Reagiert ein Hund – insbesondere aus Arbeits- oder Jagdhundelinien – auf einen relevanten Reiz…

  • Mehr als nur «Positiv-Petra»: Ein Plädoyer für Respekt und Verstand zum Jahresende

    Das Jahr neigt sich dem Ende zu – eine Zeit, in der wir normalerweise zurückblicken und zur Ruhe kommen. Doch während ich diesen Beitrag zum Jahresabschluss schreibe, fällt es mir schwer, leise Töne anzuschlagen. Denn mein Rückblick auf die letzten Wochen ist geprägt von Bildern, die mich tief erschüttern. Ich möchte dieses Jahr nicht abschliessen, ohne an dieser Stelle ein klares Statement zu setzen. Mehr noch: Ich möchte den Vorsatz für das nächste Jahr direkt hier festschreiben. Ich werde mich im kommenden Jahr noch intensiver für das Tierwohl einsetzen. Denn die aktuellen Entwicklungen in der Hunde-Bubble zeigen mir, dass wir noch lange nicht am Ziel sind. In den sozialen Medien…

  • Maulkörbe und Giftköder: Wie Vorurteile uns das Leben schwer machen

    Maulkorb beim Hund: Ein Zeichen von Verantwortung, nicht von „gefährlich“ Das Thema Maulkorb begleitet mich immer wieder. Nicht zuletzt, weil ich meinen Kunden hin und wieder dazu rate. Und jedes Mal sehe ich diesen leicht irritierten Blick: „Aber… mein Hund ist doch nicht aggressiv?“ Nein. Ist er nicht. Wirklich nicht. Aber ein Maulkorb ist auch nicht das Warnschild „Vorsicht, Bestie!“ Obwohl viele Passanten das gerne so interpretieren. Tatsächlich hat der Maulkorb in unserer Gesellschaft leider immer noch ein Imageproblem. Viele Menschen denken: Maulkorb = gefährlich.Aber das ist ungefähr so logisch wie zu sagen: Fahrradhelm = schlechter Radfahrer. Ein Maulkorb sagt nichts über den Charakter eines Hundes aus – aber eine Menge…

  • Frau, selbständig, gleichberechtigt. Ganz normal.

    Vor einiger Zeit sagte eine ehemalige Kollegin zu mir (ihr Mann ist selbständig, sie arbeitet 100%): „Um Haushalt und Kochen kümmere ich mich. Das kann man dem Mann nicht auch noch zumuten.“ Damals dachte ich mir schon: Warum eigentlich nicht? Heute fällt mir dieser Satz oft wieder ein. Meistens dann, wenn ich nach einem langen Arbeitstag mit den Hunden draussen war, das Futter vorbereite, den Herd schrubbe, die Wäsche im Trockner wartet und im Kopf schon die nächsten Kundentermine plane. Während irgendwo im Hintergrund noch ein Webinar läuft. Versteht mich nicht falsch – für mich persönlich ist das Thema „Gleichberechtigung“ kein Kampfbegriff. Ich lebe sie. Jeden Tag. Seit meiner Jugend.…

  • Über Hunde, Menschen und das schnelle Urteil

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass Hundetrainer permanent unter einer Lupe stehen. Als ob der eigene Hund ein wandelndes Zeugnis wäre, das jederzeit „vorzeigbar“ sein muss.Wenn Rox in die Leine springt oder Jazz den Rückruf mal wieder kreativ interpretiert – dann spüre ich sofort die Blicke. „Wie, das ist eine Hundetrainerin?“ Und ganz ehrlich: Früher hat mich das wahnsinnig gemacht. Heute denke ich mir: Ja, das bin ich. Und genau so echt ist mein Leben.   Hunde sind keine Maschinen – und wir auch nicht Es ist so leicht zu vergessen: Hunde sind Lebewesen, keine Maschinen. Sie haben Emotionen, Tagesformen, Macken – genau wie wir. Und auch wir Trainer sind…

  • Die Herausforderung bei Hundebegegnungen

    Wir alle kennen sie: die berühmt-berüchtigten „Tutnixe“. Heute hatten mein Mann und ich wieder so eine typische Begegnung. Zwei ältere Damen kamen uns entgegen, jede mit mehreren kleinen Hunden, alle unangeleint. Die beiden schienen weder willens noch in der Lage, ihre Hunde schnell anzuleinen. Nicht dass sie es überhaupt versucht hätten, aber sei’s drum. Wir waren mit unseren beiden Hunden unterwegs, beide angeleint weil wir direkt an einem stark befahrenen Parkplatz liefen, der Gehweg zusätzlich von Radfahrern genutzt wird. Also doppelt sinnvoll, unsere Hunde an der Leine zu lassen. Die Begegnung lief – wie so oft – nach dem bekannten Muster: Eine der Damen schaute uns an und sagte: «Sie…

  • Jagdverhalten vs. Aggressionsverhalten beim Hund

    Mein Hund jagt. Mein Hund reagiert aggressiv gegenüber anderen Hunden oder Menschen. Zwei Themen, die in der Hundeschule und Einzelcoachings sehr häufig auftauchen. Immer wieder kommt auch die Frage: «Was ist schlimmer: Jagdverhalten oder Leinenaggression?“Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. Was als „schlimmer“ empfunden wird, ist oft sehr subjektiv. es ist immer das Verhalten, das für den eigenen Hund am präsentesten ist. Ich persönlich habe nun zwei Hunde, die beide Themen zeigen. Bei Jazz als Jagdhund natürlich ein ausgeprägtes Jagdverhalten, aber auch eine sehr starke Territorialaggression. Bei Rox – gerade anfangs – eine ziemlich starke Leinenaggression, dafür kaum Jagdverhalten. Um es gleich vorwegzunehmen: Die Leinenaggression bei Rox haben wir…